Zu den Waffen am Tjost zu Rüti
Scharfmacher Herren Runde 16.3.25
Es ist wieder angerichtet. Allmählich geht die Meisterschaft in die entscheidende Phase – mit der Loki Stäfa mittendrin.
Zur nächsten Runde haben die Floorball Reiter geladen. Und selbstredend ist das nicht einfach irgendeine Runde. Es ist der Tjost zu Rüti. Zur Überraschung vieler mittelalterlich interessierter Menschen findet dieser nicht etwa im pittoresken Saal des Ritterhauses Bubikon statt, sondern in der vergleichsweise eher etwas weniger anmutig wirkenden Turnhalle Schwarz – benannt nach dem Flüsschen oder grösseren Baches, der nebendran vorbeifliesst.
Bekannt ist diese Halle auch dafür, dass die Kommunalpolizei pingelig genau darauf achtet, dass die Parkzeit auf den Parkplätzen davor keinesfalls überschritten wird. Da sind die Rütner Tschugger bissiger als Lorenzo Schumachers Pasta al pomodoro, alla genovese, al ragù oder al forno jeweils vor den Spielen.
Apropos Schumacher: Dieser war kürzlich auf Reisen im Hohen Norden – gemeinsam mit dem Medienbeauftragten Huber, der weiterhin nicht über eine allzu rosige Trainingspräsenz verfügt. Nichtsdestotrotz schossen die Medien nicht etwa gegen Huber, sondern vielmehr gegen Schumacher. Die «Unione Sarda» stellte pikant fest: «Cosa si permette Schumacher? – sempre in vacanza!» (Was erlauben Schumacher? – immer in den Ferien!)
Plauschreise oder Höhentraining?
Darüber hinaus hat sich auch der Spielerrat der Loki Stäfa eingeschaltet. Gerüchten zufolge soll dieser eine unabhängige Untersuchung in die Wege geleitet haben. Der Spielerrat hat laut eigener Aussage Grund zur Annahme, dass Schumacher diese Reise hauptsächlich dazu nutzen soll, um das Geld aus dem üppig gefüllten Vizepräsidenten-Kässeli zu verprassen.
Schumacher selber wollte sich zu diesen schwerwiegenden Anschuldigungen auf Anraten seines Rechtsbeistandes, Büezer-Anwalt Raffael Meli von der Kanzlei Melander und Söhne, nicht äussern.
Offiziell absolvierte Schumacher in Island ein intensives Höhentraining und machte sämtliche Trainingseinheiten mit dem isländischen Eishockey-Rekordmeister Vikingar Akureyrar mit. Nach eigener Aussage soll er auf alle möglichen Hügel in der Umgebung der nordisländischen Stadt Akureyri hoch «geseckelt» sein, was das Konditionstraining von Bölle-Mau bei Weitem in den Schatten stellen soll. Ausserdem soll Schumacher auch die traditionelle Fjord-Überquerung er gemeistert haben, wobei er zeitlich sogar mit den Buckelwalen und Seehunden mithalten konnte.
Ambitionen auf dem Spinning-Velo
Sportliche Höchstleistungen erbringen aber auch andere Loki-Cracks. Der polyvalent einsatzbare und polysportiv aktive Bäschteli Eschenlohr hat eine Zweit-Karriere auf dem Spinning-Velo gestartet. Dort soll er nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen zu einer wahren Koryphäe geworden sein. Er selbst bezeichnet sich bereits als Tadej Pogacar des Spinning-Velo-Rennsports.
Nachdem Eschenlohr jüngst die Stäfner Hafenrundfahrt, die Tour d’Uerikon, die Lützelsee-Rundfahrt und auch den Klassiker Stäfa-Rappi-Stäfa im Einzel-Wettkampf für sich entscheiden konnte, will er nun aufs Ganze gehen und auch den Giro d’Italie und die Tour de France auf dem Spinning-Velo bestreiten. Das maglia rosa und das maillot jaune soll er sich jedenfalls schon mal bei Temu bestellt haben. Schliesslich muss man für alle Fälle ausgerüstet sein und immer mit einem spontanen Sieg rechnen.
Beweiswürdige Berechnungen
Gerechnet hat im Übrigen auch Loki-Captain Florian Danninger. Nach schweisstreibenden Nächten voller intensiver Berechnungen und unter Einbezug der Mengenlehre, der Trigonometrie, der Analysis, des Sinus, des Kosinus, aber insbesondere auch des einfachen Dreisatzes kam der Werkstudent im Gleisbau zur Konklusion, dass er gemessen am Punkteschnitt der erfolgreichste Loki-Captain aller Zeiten ist – q.e.d.
Eine Schlussfolgerung, die der Loki-Coach und temporäre Captain Luca Franchini möglicherweise anzweifeln könnte. Auf jeden Fall bestreitet die Loki unter der Führung von Franchini und Bölle-Mau eine bislang sehr erfolgreiche Saison.
Zuletzt hat sich Luca Franchini einer von Florian Danninger erfundenen, von Dr. Matthias Tjost verschriebenen und von Frau Coach begleiteten Güx-Kur unterzogen. Diese fand im Rahmen diverser Fasnachtsveranstaltungen statt. Inwiefern sich diese Prozedur auf Franchinis Fitnesszustand und seine spielerische Qualitäten ausgewirkt hat, wird am Sonntag in Rüti zu beobachten sein.
Eine Frage der Hockey-Mentalität
Bei den nimmermüden Gebrüdern Luca und Yannik Franchini, aber auch bei Abwehr-Haudegen Silvan Habegger und Torwand Renato Crivello, stellt sich indes die Frage, wie sie das frühe Out der Rapperswil-Jona Lakers mental verarbeitet haben. Auch da hilft erwiesenermassen eine Güx-Kur, wie Dr. Tjost rät. Und er muss es wissen: schliesslich ist «sein» HC Lugano schon lange weg von den Playoff-Plätzen, jedoch mittendrin im Playout.
Eishockeytechnisch mehr Grund zur Freude hat gewiss Goalie Michele Angelo. Der Schlittschuhclub Zürich-Altstetten ist mit einem fulminanten Heimsieg gegen den EHC Flughafen gestartet. Beim Torwart ist aber die Frage, ob er den Schwung aus dem erfolgreichen WK am WEF mitnehmen kann. Wie in Davos soll er nun auch am Sonntag in Rüti, keine Unbefugten reinlassen.
Die Loki spielt am Sonntag zunächst gegen zwei Gegner aus dem Zürcher Oberland. Zunächst geht es gegen die Gossäue darum, das ärgerliche Remis aus dem ersten Aufeinandertreffen zu verbessern. Gegen den 3.Liga-Absteiger Gelb-Schwarz Wetzikon wollen die Stäfner nach dem ersten Sieg im Herbst nun auch den zweiten Vollerfolg feiern. Ganz klar werden da vier Punkte anvisiert. Diese Punkte dürften auch notwendig sein – im ständigen Fernduell mit den Reitern aus Dürnten, Bubikon und Rüti.