Herren GF: Das letzte Gefecht
Die vereinte Sportwelt schaut diesen Sonntag 31.3.25 gespannt nach Wald.
Die vereinte Sportwelt schaut diesen Sonntag gespannt nach Wald. Dieses Schattenloch am Rande des Tösstals wird zum Schauplatz des grössten Unihockey-Spektakels der Neuzeit.
Ein letztes Mal die Lanzen schwingen, ein letztes Mal flitzt die löchrige Kunststoff-Kugel über den Hallenboden, ein letztes Mal gibt es Jubel oder Frust, Sieger-Bier oder Frust-Hülse beziehungsweise Flasche. Es ist angerichtet für die Finalissima zum Abschluss dieser Meisterschaft.
Es geht in Wald um nichts Geringeres als um den Liga-Meistertitel und damit natürlich auch um die Qualifikation für die Aufstiegsspiele. Noch haben mehrere Teams Chancen, diese Meisterschaft zu gewinnen. Alles entscheidet sich am Sonntag in der Sporthalle Elba in Wald.
Zwischen Sardinien und Elba
Wie kommt man eigentlich auf die Idee eine Sporthalle Elba zu nennen? Es muss wohl so sein, dass man sich in Wald damit das mediterrane Gefühl herbeisehnt. Das ist natürlich durchaus legitim. Es sind nicht alle so privilegiert wie Loki-Stürmer Lorenzo Schumacher und können einfach über die Seestrasse an die Stäfner spiaggia Kehlhof laufen oder sie fliegen halt zwölf Mal im Jahr nach Sardinien, um ebendieses Gefühl in natura zu erleben.
Diese Woche musste Schumacher dem Sportreporter der Unione sarda im Hinblick auf die bevorstehende Finalissima lange Red und Antwort stehen. Nach dem exklusiven Interview-Termin gingen die beiden noch für einen Döner in die Seeperle. Die italienischen Restaurants in der Region wollte Schumacher seinem sardischen Landsmann nicht zumuten. Der Reporter soll danach vom «besten Döner überhaupt» geschwärmt haben.
Davon inspiriert setzte sich der Reporter später hinter die Tastatur und schrieb einen kleinen «Picantino», eben einen Scharfmacher. Überschrift: La Locomotiva e i cavalieri sono prontissimi per l’ultima battaglia nella sala Elba – (Die Lokomotive und die Reiter sind völlig bereit für die letzte Schlacht in der Halle Elba)
Der Reporter musste dann aber im Artikel noch den Hinweis platzieren, dass Schaulustige für die Anreise zum Unihockey-Dom zu Wald nicht die Fähre auf das toskanische Insel-Archipel nehmen sollten, sondern vielmehr Zug, Bus oder Auto ins Bachtel-«Gebirge».
Scharf, schärfer, Scharfmacher
Auf alle Fälle wurde im Vorfeld bereits scharf geschossen. Die Riders präsentierten den ersten Scharfmacher überhaupt. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte, abgesehen vom Aufstieg des Frauen-Leistungsteams in die Nationalliga A, in dessen Fahrwasser das 4.Liga-Breitensport-Leistung-Herren-Team ja gewissermassen fährt.
Nun denn, es ist auf jeden Fall schön zu sehen, dass man auch in Dürnten, Bubikon und Rüti erkannt hat, dass es nur ein Gewürz gibt, und zwar Curry! Da haben die Reiter richtig vorgelegt mit ihrem Scharfmacher. Aber bekanntlich gibt es bei Curry verschiedene Schärfegrade.
Während die Riders vor dem entscheidenden Direktduell ein halbes Trainingslager auf die Beine stellten, konzentrierte sich die Loki auf zwei solide Abschlusstrainings verteilt auf zwei Wochen. Wie viele Linien es nun genau waren, soll aus taktischen Gründen nicht verraten werden. Auch mit den VZO wurde Stillschweigen vereinbart. Diese zählen jedoch in ihrem Streckennetz definitiv mehr Linien, so viel darf gesagt sein. Taktik-Fuchs Luca Franchini thematisierte vor allem taktische Dinge, was aber hier aus taktischen Gründen nicht vertieft werden soll.
Bemerkenswert war, dass die Senioren-Abteilung der Loki praktisch geschlossen anwesend war. Neben Dani Fürst und Zar Mika I., die beide für diesen wichtigen Sonntag extra aus dem Bündnerland anreisen werden, gab sogar Sandro Krebs sein Comeback. Dafür gab er sogar extra seinen Temporär-Posten als Kurator der Loki-Stäfa-Ausstellung im Museum zur Farb in Stäfa auf.
Für das grosse Finale werden also die ganz alten Schlachtrösser aus dem Stall geholt. Dass nicht sogar noch Loki-Legende Matthias (T)Jost noch im Training auftauchte, liegt vor allem an der Steuererklärungssaison, die für ihn als Treuhänder Erntezeit bedeutet. Mutmasslich passt ihm aber auch das Leibchen nicht mehr. Und Goalie-Legende Mark Sturzenegger wechselt inzwischen öfters Windeln, als er die Torhüter-Ausrüstung anzieht.
Pasta, Müesli und Spezli
Die Trainingspräsenz, die Taktik, aber auch das Durchschnittsalter sind alles wichtige Faktoren. Ein wesentlicher Faktor ist aber auch die Ernährung. Die Riders setzen hierbei auf eine unihockey-spezifische Ernährungsform. Von «Müesli und Muskeln» ist da auf deren Website mitunter die Rede inklusive entsprechender Buchempfehlung für die lesende Reiterschaft.
In Stäfa setzt man da relativ konsequent auf Pasta und achtet auf eine permanente Hydrierung. Loki-Sportchef Yannik Franchini empfiehlt vier Spezli nach dem Training. Davon abgesehen ist es durchaus vorstellbar, dass Vize Lorenzo Schumacher am Sonntagvormittag wegen der Finalissima und für eine zusätzliche pikante Note Penne all’arrabbiatakredenzt.
Bei aller Schärfe verdeutlicht ebendiese, dass die Vorfreude auf dieses zweite Direktduell auf beiden Seiten jetzt schon immens ist und wohl noch steigen wird, je näher der Anpfiff kommt. Die grosse Offenbarung – und dies nur wenige Wochen vor Ostern – erwartet nicht nur Dani Fürst, sondern praktisch die gesamte Breitensport-Unihockey-Prominenz.
Bleibt noch zu hoffen, dass die Organisatoren des UHC Laupen ein funktionierendes Parkplatz-Konzept für ihren Unihockey-Dom zu Elba haben, nicht dass dann während des Spitzenspiels zwischen der Loki und den Riders wieder diverse Spieler ihren «Chlapf» umparkieren müssen, wie dies vor einigen Wochen in Wetzikon der Fall war.
Sonntag, 30. März, Sporthalle Elba, Wald
FB Riders DBR – Lokomotive Stäfa, 13.40 Uhr
Lokomotive Stäfa – Greenlight Richterswil, 15.30 Uhr