Sportchef Yannik Franchini im Interview

Ein Platz im Mittelfeld liegt im Bereich des Möglichen

13.09.2026

Sportchef Yannik Franchini im Interview:

«Ein Platz im Mittelfeld liegt im Bereich des Möglichen»

Für den UHC Lokomotive Stäfa beginnt am Samstag, 19. September 2026, ein neues Kapitel in der glorreichen Vereinsgeschichte. Nach rund zehn Jahren ist die «Loki» zurück in der 3. Liga. Das erste Meisterschaftsspiel an der ersten Runde in Schwanden GL gegen Floorball Heiden soll den Beginn einer neuen Ära markieren.

Vor dem Saisonauftakt spricht Sportchef Yannik Franchini im Interview über die Ambitionen des Teams in der neuen Liga, über die Entwicklung des Herren 1 Grossfeld Teams und über ein nicht immer gänzlich unumstrittenes Gremium namens Spielerrat.


Yannik, du gehörst bei der «Loki» längst zum Inventar. Was bedeutet es dir persönlich, dass du auf deine nicht mehr ganz jüngsten Tage nochmals 3. Liga spielen kannst?

Der Aufstieg und die anschliessende Aufstiegsfeier waren natürlich absolute Highlights. Genau dafür betreibt man diesen Sport. Ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig und möchte jedes Spiel gewinnen. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob es ein Spiel in der 4. Liga, in der 3. Liga oder ein Cupspiel ist. Mir gefällt der Modus mit Einzelspielen dafür mehr Runden, wie wir ihn nun in der 3. Liga haben, aber besser.

Du warst damals beim letzten 3.Liga-Gastspiel der «Loki» in der Saison 2015/2016 auch schon dabei. Wie hat sich der Unihockey-Sport im Vergleich von damals mit heute verändert?

Meiner Einschätzung nach ist vor allem die Qualität in der Breite enorm gestiegen. Heute gibt es nur noch selten Spiele, die man mit zehn Toren Abstand gewinnt. Ausserdem ist das Spiel schneller geworden, was ganz sicher nicht daran liegt, dass ich langsamer geworden bin.

Wenn du dir den Formstand der «Loki» kurz vor dem Saisonstart nun in der 3. Liga anschaust, was hast du da als Sportchef für ein Gefühl?

Die Saisonvorbereitung verlief zufriedenstellend. Ein paar Top-Transfers konnten getätigt werden, welche uns helfen werden, das nächste Level zu erreichen. Vielleicht wurden etwas zu viele Hochzeiten gefeiert, jedoch haben wir sehr viele erfahrene «Güxer» im Kader, welche dies kompensieren können sollten.

Die 3. Liga Gruppe 6 verspricht auf dem Papier zumindest viel Spannung. Gegen die Lions Meilen-Uetikon, Laupen und die Jona-Uznach Flames stehen Derbies an. Wie ist die Ausgangslage in dieser Gruppe?

Auf viele unserer Gegner sind wir in den letzten Jahren mehrfach gestossen. Die Spiele waren dabei stets umkämpft und konnten meist auf beide Seiten kippen. Derbies haben zudem eigene Regeln und werden normalerweise über den Kampf entschieden. Ich denke mit etwas Glück und dem nötigen Einsatz liegt ein Platz im Mittelfeld dieser Gruppe im Bereich des Möglichen.

In den letzten Monaten ist beim Herren 1 Team einiges gegangen. Das Kader ist breiter geworden, junge Spieler sind nachgerückt. Wie beurteilst du als Sportchef diese Entwicklung?

Ich bin froh, dass viele junge Spieler mit viel Talent den Sprung zu den Herren gemacht haben. Wir müssen sie nun ans Grossfeld heranführen, da wir leider keine Grossfeld-Junioren haben. Dabei werden wir sicher etwas Lehrgeld zahlen, aber durch die grosse Breite im Kader können wir die Jungen gut integrieren. Durch den teilweise sehr dichten Spielplan werden auch alle zum Zug kommen. Es muss sich aber auch jeder bewusst sein, dass er nicht jedes Spiel spielen wird.

Die «Loki» startet in Schwanden mit dem Spiel gegen Heiden in die 3.Liga-Kampagne. Welche Ambitionen hat das Team nach dem Aufstieg nun eine Liga höher?

Fünf Franken ins Phrasen-Schwein, aber wir müssen Spiel für Spiel nehmen und dürfen uns auch von Niederlagen nicht entmutigen lassen. Die Tagesform wird in den meisten Spielen entscheidend sein. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden.

Ist es wahrscheinlicher, dass die «Loki» es in dieser Saison in die Playoffs schafft oder dass Inter erneut italienischer Meister wird und Mailand weiterhin blau bleibt?

Mailand ist und bleibt blau. Der Scudetto wird auch in dieser Saison wieder in Lautaros Hände gehen.

Mailand, Madrid -Hauptsache Italien. Das führt uns unweigerlich zum legendären «Pizza-Block» - der Sturmreihe mit dir, deinem Bruder Luca und Lorenzo Schumacher. Letzterer plant nun offenbar einen Wohnortwechsel weg von oberhalb des Kehlhofs nach Stettbach. Inwiefern wirkt sich dieser Wegzug auf die Leistung dieser «Loki»-Linie aus?

Grundsätzlich muss Lorenzo natürlich selber wissen, was er da tut. Dieser Wegzug birgt aber aus meiner Sicht schon eine gewisse Brisanz. Es ist davon auszugehen, dass Lorenzo nun noch mehr in den Ferien weilt und dem Mannschaftstraining noch mehr fernbleibt. Das ist gelinde gesagt sicher nicht unbedingt ideal. Inwiefern sich dies auf das Zusammenspiel und das Funktionieren des «Pizza-Block» auswirkt, werden wir erst noch sehen. 

Noch zu einem anderen Thema: Du bist Gerüchten zufolge nicht immer allzu gut auf die Ansichten und auf die Rolle des nicht ganz unumstrittenen Spielerrats um Captain Flo Danninger und Bäschteli Eschenlohr zu sprechen. Woran liegt das?

Der Spielerrat ist ein massiv überschätztes Gremium. Alle wissen, dass der Sportchef und der Coach für den Erfolg der Mannschaft verantwortlich sind. Die beiden Mitglieder des Spielerrats sollten sich lieber auf ihre Rollen in der Defensive sowie auf ihre Funktion als Eventmanager konzentrieren, anstatt immer zu rufen «häsch Drüü» und die Flügel zurückzuschicken. Ich habe fertig.


3. Liga Gruppe 6, erste Meisterschaftsrunde

Samstag, 19. September 2026


Floorball Heiden – UHC Lokomotive Stäfa, 12.15 Uhr

Sporthalle Schwanden GL

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